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Fasten für Anfänger: Ihre erste Fastenwoche

Eine Woche ohne feste Nahrung, und dann auch noch jeden Tag wandern? Hier steht, wie eine Fastenwoche abläuft, wie Sie sich vorbereiten und wie sich die ersten Tage anfühlen können.

Von Nicole Fürderer aktualisiert 5 Min. Lesezeit

Eine Fastengruppe wandert hintereinander über eine Bergwiese auf einen mächtigen, einzeln stehenden Baum zu
Unterwegs über die Weiden im Hochschwarzwald.

Vor einer ersten Fastenwoche hören wir am Telefon fast immer dieselben Fragen: Halte ich das durch? Werde ich die ganze Zeit Hunger haben? Und was, wenn es mir nicht gut geht? Dieser Ratgeber zum Fasten für Anfänger beantwortet sie so ehrlich, wie wir es auch am Telefon tun. Er beruht auf dem, was wir seit vielen Jahren in unseren Fastenwochen in Menzenschwand erleben, mit Gästen zwischen 18 und 80, von denen viele zum ersten Mal fasten.

Was Fasten bei uns bedeutet

Fasten heißt, eine begrenzte Zeit lang bewusst auf etwas zu verzichten. Bei uns gibt es zwei Formen. Beide dauern eine Woche, von Sonntag bis Samstag, mit fünf Fastentagen dazwischen:

  • Heilfasten nach Buchinger: Sie essen nichts Festes. Stattdessen gibt es frisch gepresste Säfte, jeden Abend eine salzlose Gemüsebrühe, Kräutertee, etwas Honig und viel Wasser.
  • Basenfasten: Sie essen weiter, dreimal am Tag, aber nur Obst, Gemüse und Kräuter, frisch zubereitet. Kaffee, Zucker, Alkohol und alles Schwere bleiben eine Woche lang weg.

Beide Formen sind für Menschen gedacht, die zum ersten Mal fasten, genauso wie für Erfahrene. Was die beiden unterscheidet, steht im Vergleich Basenfasten oder Buchinger. Gewandert wird in jeder Woche gemeinsam, ganz gleich, was auf Ihrem Teller liegt.

Fasten für Anfänger: lieber begleitet als allein

Fasten können Sie auch zu Hause. Für das erste Mal raten wir trotzdem zu einer begleiteten Woche, aus einem einfachen Grund: Zu Hause steht der Kühlschrank in der Küche, der Kalender ist voll, und wenn am zweiten Tag der Kopf brummt, ist niemand da, den Sie fragen können.

In einer Fastenwoche bei uns müssen Sie nichts planen, nichts einkaufen und nichts kochen. Ausgebildete Fastenleiterinnen und Fastenleiter sind rund um die Uhr im Haus, erklären jeden Schritt und sind da, wenn Fragen auftauchen. Und Sie sind nicht allein: Eine Gruppe hat zwischen 10 und 20 Gästen, und viele davon fasten ebenfalls zum ersten Mal. In der Gruppe duzen sich übrigens fast alle, schon ab dem ersten Abend.

Gäste sitzen im Stuhlkreis in einem hellen Seminarraum mit Holzboden und großen Fenstern
Im Seminarraum kommt die Gruppe zusammen, zur Begrüßung und zu den Info-Abenden.

Ein Tag in der Fastenwoche

Jeder Tag hat denselben ruhigen Ablauf. Gerade beim ersten Mal hilft das: Sie wissen morgens schon, was kommt.

  • Morgens beginnt der Tag mit einer kurzen Bewegungseinheit vor dem Haus. Danach gibt es Kräutertee und einen frischen Pflanzensaft, beim Basenfasten ein Frühstück mit Obst.
  • Vormittags wandern wir gemeinsam, rund dreieinhalb Stunden und meist 10 bis 12 Kilometer, in ruhigem Tempo und mit Pausen.
  • Mittags sind Sie zurück im Haus. Es gibt einen frisch gepressten Saft oder ein zweigängiges Gemüsemenü.
  • Nachmittags haben Sie frei. Viele legen sich mit einem Leberwickel hin, gehen in die Sauna oder lesen ein Buch aus unserer Bibliothek.
  • Abends gibt es eine Gemüsebrühe oder eine Gemüsesuppe, danach einen Info-Abend, Yoga oder einfach Ruhe.

Das ganze Programm ist freiwillig. Wer einen Tag nicht mitwandern möchte, bleibt im Haus. Die Woche Tag für Tag, von der Anreise bis zum Fastenbrechen, finden Sie unter Ablauf einer Fastenwoche.

Wie Sie sich vorbereiten

Je sanfter Sie in die Woche hineingehen, desto entspannter beginnt sie. Wir empfehlen ein oder zwei Entlastungstage vor der Anreise, gern auch ein paar mehr:

  • Essen Sie einfacher und etwas weniger. Fett, Salz, Süßes, Fleisch und Weißmehl dürfen langsam weniger werden.
  • Trinken Sie mehr Wasser, essen Sie mehr Obst und Gemüse und leichte Gerichte wie eine Suppe oder eine Ofenkartoffel mit Kräuterquark.
  • Lassen Sie Lebensmittel mit Schale wie Tomaten, Paprika und Hülsenfrüchte eher weg.
  • Reduzieren Sie Kaffee, Schwarz- und Grüntee Schritt für Schritt. Am besten trinken Sie ab dem Mittwoch vor der Anreise keinen mehr.
  • Halten Sie die Tage vor der Woche frei von Terminen und Ärger, so gut es geht.

Am Sonntag, dem Anreisetag, essen alle gemeinsam ein leichtes Entlastungsabendessen. Der erste Fastentag ist der Montag. Dann trinken alle zusammen ein Glas Glaubersalz, beim Buchinger- wie beim Basenfasten; die Menge stimmen die Fastenleiter vorher persönlich mit Ihnen ab. Während der Woche folgt zur Darmpflege ein einfacher Einlauf. Das klingt für viele zunächst befremdlich. Wir erklären am Sonntag in Ruhe, wie es geht, und am Ende der Woche hören wir meistens: „Rückblickend war es gar nicht schlimm.“

Die ersten Tage: was Sie erwartet

In den ersten Tagen stellt sich der Körper um, und das darf man merken. Am ersten und zweiten Tag meldet sich bei vielen noch der Appetit. Manche frieren schneller, sind müde oder haben leichte Kopfschmerzen. Sagen Sie es den Fastenleitern. Sie kennen das und schauen mit Ihnen, was Sie gerade brauchen: eine Wärmflasche, eine Pause, einen kürzeren Weg.

Die meisten Gäste erzählen uns, dass das Hungergefühl nach den ersten Tagen deutlich nachlässt. Ab der Wochenmitte hat sich ein Rhythmus eingestellt: Man kennt die Wege, die Gruppe und die Abläufe im Haus.

Und das Wandern? Ohne Essen jeden Tag drei Stunden zu gehen, klingt nach viel. Wir gehen langsam, machen Pausen, haben Tee in der Thermoskanne und einen Löffel Honig dabei. Wenn Sie zu Hause gern einen längeren Spaziergang machen, schaffen Sie auch unsere Touren. Bergerfahrung brauchen Sie nicht.

Am Samstagmorgen machen wir einen ruhigen Spaziergang und brechen danach gemeinsam das Fasten. Für die Tage danach bekommen Sie Rezepte mit nach Hause, und gegen Ende der Woche begleiten wir Sie beim Einkauf im Reformhaus.

Wer nicht fasten sollte

Eine Fastenwoche bei uns ist für gesunde Erwachsene gedacht. Nicht fasten sollten:

  • Schwangere und Stillende
  • Kinder und Jugendliche
  • Menschen mit Essstörungen oder Suchterkrankungen
  • Menschen mit chronischen oder psychischen Erkrankungen, etwa Herzerkrankungen oder Depressionen
  • Menschen, die regelmäßig Medikamente nehmen

Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie bitte vorab mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, und gern auch mit uns.

Was Sie mitbringen

Wanderschuhe, Regenjacke und Regenhose, Sportkleidung, Hausschuhe und Badesachen für die Sauna. Dazu ein Tagesrucksack, eine Thermos- und eine Wasserflasche, eine Wärmflasche für den Leberwickel, eine Körperbürste und ein Einlaufgerät, das Sie in der Apotheke oder bei uns vor Ort bekommen. Wanderstöcke, Yogamatten, Handtücher und Föhn sind im Haus, im Winter auch Schneeschuhe und Spikes. Die ganze Liste steht in den häufigen Fragen.

Ihre erste Fastenwoche bei uns

Eine Fastenwoche für Anfänger sieht bei uns nicht anders aus als jede andere Woche: dieselbe Gruppe, derselbe Rhythmus, dieselbe Begleitung. Wer zum ersten Mal kommt, wandert neben jemandem, der schon zum fünften Mal da ist. Fragen beantwortet sich die Gruppe oft gegenseitig, unterwegs oder abends in der Stube.

Wie sich das Wandern in der Fastenwoche anfühlt und wohin die Touren führen, lesen Sie beim Fastenwandern. Freie Wochen finden Sie in den Terminen. Und wenn vorher noch etwas offen ist, rufen Sie uns einfach an.

Bereit für Ihre Fastenwoche?

Fast jede Woche beginnt in Menzenschwand eine neue Gruppe. Suchen Sie sich einen Termin aus. Und wenn vorher noch Fragen offen sind, rufen Sie uns einfach an.